SCEPTER UND HAMMER

Diesen frühen Roman kann man mit Vergnügen und Genuß lesen. Kolportage und geringer Wortschatz hin oder her, ein echter May, bunt, spannend, charmant. Es ist unzutreffend, daß der Roman in seiner ursprünglichen Form für heutige Leser nicht zumutbar sei, wie gelegentlich zu lesen ist. Auch wenn, zugegeben, das Werk recht unübersichtlich ist und manchmal einigen 'guten Willen' seitens des Lesers erfordert ...

Die Schilderung des mit Recht eifersüchtigen Karl Goldschmidt und seiner Emma Vollmer ist von ganz eigenartigem Reiz, hier läßt der Autor fast sich selber sterben, kommt aber schwerverwundet davon. Und baut sich seine Phantasiewelt auf.

In der gleichnamigen Bearbeitung des Karl May Verlages wurde der Roman völlig umgeschrieben, die Episode mit Karl und Emma kommt beispielsweise nicht vor.

 

Erstes Kapitel – Die Zigeunerin

„Deine Hand ist stark, den Hammer zu schwingen; sie bedarf dieser Stärke, um später das Scepter zu halten“ prophezeit Zarba Max Brandauer. „Scepter und Hammer wird die Losung Deines Lebens sein.“ Und damit wissen wir gleich, warum das Buch seinen Titel trägt.

„Du wirst Liebe säen und Feindschaft ernten; aber Deine Faust wird wie ein Hammer auf die Häupter Deiner Feinde fallen und ihnen die Kronen entreißen, die sie Dir zu rauben trachteten.“

 

Zweites Kapitel – Belauscht

Das Erlebnis des ersten Kapitels ist an Max Brandauer nicht spurlos vorübergegangen, „Neben der verfallenen Gestalt der alten Wahrsagerin hob sich vor seinem geistigen Auge die Erscheinung der Prinzessin wie ein lichtes, glanzvolles Phänomen ab, dessen Strahlen unter den Lidern hindurch bis hinab in die tiefste Seele dringen. Er hatte die süßen, beglückenden Regungen der Liebe noch nie empfunden; es entging ihm also der Maßstab für die wunderbare Stimmung, in welche er sich seit heute versetzt fühlte, und er ließ, halb sinnend, halb träumend, mehr noch aber empfindend, die Erinnerung an das eigenthümliche Erlebniß ungestört auf sich einwirken.“

Die drei Gesellen verehren „Jeder ohne Wissen des Anderen im tiefsten Winkel seines Herzens“ eine „behäbige Frauengestalt“ namens Barbara Seidenmüller.

Baldrian spricht relativ wenig, „verwechselte dabei aber regelmäßig den Casus und brachte daher stets ein ‚am Den’ zum Vorscheine.“ Seine Nachfahren [im Geiste] sind noch heute unter uns.

Max, so Thomas, „hat so etwas an sich, was ich nicht pei dem rechten Namen nennen kann, was einem das Herz raupt und doch gewaltig in Respekt versetzt.“

„Das Menschenherz ist der unbegreiflichste Motor unserer Handlungen und verträgt keine Kontrole, als nur die eigene.“

Max hat [erneut] Asta kurz gesehen, „ehe er wieder umkehren ließ und mit zu dem Ruder griff; diese Arbeit that ihm wohl, es war, als wolle er das, was in ihm vorging, durch äußere Anstrengung zur Klärung bringen“ ...

Zarba weiß um verschiedene Anteile in ihr, „Du hast das Herz eines Mädchens kennen gelernt, welches sein Volk, seinen Stamm, seinen Glauben, seine Eltern und Schwestern und Alles, Alles hingab, weil Du es wolltest; aber Du kennst nicht das Herz einer Mutter; es ist das Herz einer Löwin, welche den zerreißt, der ihr Junges rauben will.“

Daß in irgendeiner Weise Mißliebige auf Veranlassung Mächtiger in die „Landesirrenanstalt“ geraten können, war schon damals so.

 

Drittes Kapitel – Die Brüder Jesu

Hier haben wir es mit zweifelhaften Jesuiten zu tun, "Wohin?" - "Zum Siege." - "Wodurch?" - "Durch die Lehre Loyola's."

Die Kapitel sind von erheblich unterschiedlicher Länge, mal gibt es mehr, mal weniger zu notieren.

 

Viertes Kapitel – Im Hause der Irren

„Es war der König“, der da mit der größten Selbstverständlichkeit in der Schmiede 'zugange' ist, „Hohe Herren haben ihre Passionen. [...] Wenn die Sorgen der Regierung ihm einmal allzu drückend wurden oder er aus irgend einem andern Grunde das Bedürfniß empfand, sich zu zerstreuen, ging er zur Schmiede und griff zu Hammer und Zange. [...] Es war oft vorgekommen, daß der König auf einer Reise, die er von Zeit zu Zeit durch die Provinzen des Reiches unternahm, vor einer Schmiede halten ließ, um den Hammer zu schwingen und dann lächelnd und mit Befriedigung wieder aufzusitzen.“ Könige und Herrscher schwingen auch heute noch gern den Hammer.

„Von dem angezogenen Gesichtspunkte aus hast Du Recht, doch muß diese Frage auch von anderen Seiten beleuchtet werden, die Deinem Verständnisse fern liegen." Ein hübscher, übertragbarer Satz ... (U.a. auch für die Freunde des sogenannten Theodizeeproblems.)

Max erfreut sich bei Majestät beträchtlichen Wohlwollens, "Willkommen! Hast Du Zeit, mein Bursche?" - "Stets für Ew. Majestät!" - "Dann herunter mit dem Rocke, das Schurzleder um und den Hammer in die Hand. Wollen einmal wieder zu Dreien schlagen!"

Vater- bzw. Sohn-Träume, „Der Schmied sah ihm nach, so lange er es vermochte; es konnte Niemand stolzer sein als er auf seinen Sohn.“

Wir kommen nicht umhin, dem Anstaltsleiter zuzuhören, „Durch das stete Beisammensein mit geistig gestörten Subjekten schwebt man stets in höchster Gefahr, selbst verrückt zu werden, wie es ja Fälle gegeben haben soll, daß irrthümlich Internirte, welche vollständig gesund waren, dadurch wirklich monoman geworden sind. Ich halte mich in Folge dessen von jeder näheren Beziehung zu meinen Wahnsinnigen und jeder Beobachtung ihres Zustandes grundsätzlich fern.“

„Mein Kind, ich habe nach der Überzeugung zu handeln, daß sich der Herzog und die Wissenschaft niemals irren können.“

„Ich wünsche nicht, - verstehen Sie wohl, meine Herren, in Folge der betreffenden Instruktion wünsche ich nicht, daß Sie Ihre ja sonst schon so außerordentlich in Anspruch genommene Divinationsgabe an der übergeschnappten Landstreicherin vergebens verschwenden.“

„Die Untergebenen kannten genugsam das Prinzip ihres Vorgesetzten, die Leitung der Anstalt in der Weise zu führen, daß durch dieselbe seine Verdauung nicht gestört werde.“

Der Oberarzt, angesichts Max, „mochte glauben, einen Literaten und Berichterstatter von der Sorte, welche gern die öffentlichen Anstalten interviewt, vor sich zu haben.“

Rundgang, „Es gab da Künstler und Dichter, die, berühmt durch ihre Werke, hier an kindischer Einbildung laborirten oder unter dem Eindrucke eines finstern Phantomes wie seelenlose Kreaturen dahinvegetirten. Einer hielt sich für einen Tiger. Man hatte seine Zelle in einen Menageriekäfig verwandeln müssen; er aß nur rohes, blutiges Fleisch, welches er mit den Zähnen und seinen langen Nägeln zerriß, und brüllte wie ein wildes Thier. Ein Anderer drehte sich unablässig um sich selbst; er bildete sich ein, die Erdachse zu sein. Ein Fernerer beobachtete den Himmel durch eine wie ein Fernrohr gebrauchte Papierrolle; er hielt sich für Galilei und entdeckte alle Tage neue Sterne. Ein Weiterer glaubte Bonaparte zu sein; er stand laut kommandirend in seiner Zelle und dirigirte die Schlacht bei Wagram.“

„Im Weiberhause wiederholten sich mit den durch das Geschlecht bedingten Abänderungen ganz dieselben Szenen und Verhältnisse.“

Brandauer erweist sich als überraschend 'allmächtig', „Herr Direktor, ich erkläre den Hauptmann sammt seiner Mutter für frei und aus der Anstalt entlassen.“

 

Fünftes Kapitel – An der Grenze

Wir werden über Norland und Süderland informiert. Da Karl May zu deutlich (vgl. z.B. viertes Kapitel) über Verhältnisse in seiner Heimat berichtete, mußte er sich fiktive Namen ausdenken.

Erläuternder Dialog über Zarbas Fähigkeiten, „Sie war der Born unserer Freuden und der Quell unseres Glückes, denn sie verstand es besser als alle Andern, in die Zukunft zu blicken und die Schicksale der Sterblichen voherzuverkünden.“ - "Papperlapapp, Alter, das glaube ich nicht! Um das zu können, müßte man allwissend sein, und das ist kein Mensch." - "Um das zu können, Steuermann, braucht man nicht allwissend zu sein. Die Eigenschaften eines Menschen sind ihm an die Stirn geschrieben; man liest sie aus jedem Blicke seines Auges, und man vernimmt sie aus jedem Worte seiner Rede. Verstehst Du das, und weißt Du, wen Du vor Dir hast, so wird es Dir nicht schwer, ihm ein Schicksal zu verkünden, welches sicher eintreffen muß."

 

Sechstes Kapitel – Der Beginn des Kampfes

Gespräch bei Herzogs, „Unsere Dame scheint nicht den Willen zu besitzen, ihre Gefühle der Politik oder den Traditionen irgend eines Herrscherhauses zu opfern. Lassen wir also ihrem Herzchen Zeit, unseren Intentionen entgegen zu kommen, ohne eine Ahnung von ihnen zu haben!"

Bei Max kommt der Herzog an seine Grenzen, „Dieser Brandauer ist ein höchst gefährlicher Mensch. Wie konnte er wissen, daß - hier stoße ich auf ein Räthsel, welches so bald wie möglich gelöst werden muß. Persönlich ergreifen darf ich ihn nicht; er ist ein Protégé des Königs, der ihn nachhaltig schützen würde.“

„Der Jesuit und der Polizist?" fragt sich Max, und schlußfolgert angesichts dieser Kombination: "Da ist irgend eine Teufelei im Werke.“

"Es soll auf höchsteigene Veranlassung der Majestät eine Untersuchung gegen den Direktor und Oberarzt der Anstalt eingeleitet werden, weil -" - "Jesus, Maria und Joseph, das müssen Excellenz unbedingt verhüten! Es würden da Thatsachen blosgelegt werden, welche unsere ebenso geistreiche wie geheimnißvolle Mechanik enthüllen müßten."

„Hier ein kleines Verzeichniß derjenigen Irren, welche unter einer anderen Behandlung vielleicht versucht sein würden, verständig zu sprechen und unsere Absichten in Gefahr zu bringen. Sie bekommen Gift."

 

Siebtes Kapitel – Schachzüge

Unser Autor geruht zu kalauern, „Allerdings war von außen kein Wort zu vernehmen; doch hatte das seinen Grund einfach in dem Umstande, daß in der Stube nicht gesprochen wurde.“

Ein weiterer Erläuterungsversuch in Sachen Zarbas Fähigkeiten (nach dem im fünften Kapitel): „Die Zingaritta raucht ein Kraut, welches nur Fürsten bezahlen können." - "Oh! Woher beziehst Du es?" - "Es kommt aus dem Morgenlande und wächst zwischen den heimathlichen Bergen der Boinjaaren. Dort an den Abhängen des Pandjköra gehen die Jungfrauen, wenn der Mond das Herz des Krautes bestrahlt, beim Sternenscheine hinaus auf das Feld, um mit zarten Händen die Herzblätter einzusammeln, die man dann am großen Tage der Göttin zum Tempel bringt, damit der Geist der Zukunft auf sie niedersteige. Wer dann die Düfte dieses Krautes trinkt, über den kommt die Gabe der Weissagung, daß er die Sprache der Sterne versteht und weiß, was die Linien der Hand bedeuten."

Zarba erweist sich indes ohnehin als sehr kluge Frau, 'übersinnliche' Fähigkeiten her oder hin: „Der Sohn dieser Erde spricht von Liebe; er glaubt an sie und opfert ihr sein Leben, und doch ist sie ein Gespenst, welches schrecklich anzuschauen ist, wenn sie die gleißende Hülle von sich wirft, denn ihr Name heißt - Selbstsucht. Euer Gott schuf und liebt die Menschen, um von ihnen angebetet zu werden; die Erde liebt die Sonne, weil sie sich an ihren Strahlen wärmt; das Kind liebt die Eltern, weil es von ihnen Alles empfängt, was es bedarf; die Eltern lieben das Kind, weil es Fleisch von ihrem Fleisch und Blut von ihrem Blute ist; der Gatte liebt die Gattin, weil er durch sie glücklich werden will, und der Freund liebt den Freund, weil er seiner bedarf. O, ich kenne Eure Liebe, ich kenne Eure Hingebung, Eure Opferfreudigkeit! Eure Liebe hat mir das Herz aus dem Leibe gerissen, ich aber habe ihr den Schleier zerfetzt, hinter welchem sie ihr häßliches Angesicht verbirgt!"

„Willst Du unsere heilige Religion schmähen, Zarba?" - "Schmähen? Nein - aber den Vorhang will ich heben, hinter welchem sie sich verbirgt.“ [...] „Ihr handelt nach gleißnerischen Sätzen, welche feig und lügnerisch sind“ ...

Erneut wird Max Brandauer eine große Zukunft prophezeit.

 

Achtes Kapitel – Almah

Arthur von Sternburg erzählt von einer Begegnung in Ägypten, „wenn eine jener Feen, von denen wir uns in der Jugend erzählen ließen, vom Himmel herabgestiegen wäre, um den Sterblichen die Schönheit in ihrer herrlichsten Inkarnation zur Offenbarung zu bringen, sie hätte sich mit dem Mädchen, welches vor mir lag, nicht messen können.“

Mit einem „Schwarzen Kapitän“ werden wir es zu tun bekommen (wie des öfteren bei May), hier ist es offenbar tasächlich noch ein [in Sachen Hautfarbe] Schwarzer, in späteren Geschichten nicht mehr.

„Die Sache liegt nämlich so, daß der Tiger einmal als Drei-, dann als Zweimaster und vielleicht dann gar als Dampfer erscheint. Wer will ihn festhalten?“ Bei Karl May verstellen / verkleiden sich sogar die Schiffe ... Sicherheit ist nirgends ...

In der Hafenkneipe wird eine längere Geschichte erzählt, das hat etwas von „Mutter Thick“.

„Die Kastellanin folgte den zierlichen Bewegungen mit Bewunderung. Das war ein körperlich vollkommen ausgebildetes Weib mit einem reinen, noch unverfälschten kindlichen Gemüthe.“ [...] „Die Kastellanin trat bei dem Glanze der ihr entgegenstrahlenden Schönheit unwillkürlich einen Schritt zurück; eine solche Vereinigung der vollkommensten körperlichen Reize hatte ihr erfahrenes Auge noch niemals erblickt“ ... Das klingt ein wenig nach dem vielseitig-guten Geschmack der Autorengattin, übrigens wird im nächsten Kapitel eine Dame namens Emma auftreten, deren Partner Karl heißt ...

„Sie müssen hier recht oft in Gesellschaft gehen und - - -" - "O nein; das mag ich nicht; ich bin gern allein, sehr gern, und mag gar nicht hinaus unter die vielen Leute“ ... Das verstehen wir.

Arthur erkennt Almah als die schöne Unbekannte aus Ägypten wieder, „er machte Miene, sich auf sie zu stürzen“ ...

 

Neuntes Kapitel – Der tolle Prinz

Karl, Partner Emmas, spricht „mit halblauter Stimme, aus welcher eine tiefe, schwere Trauer klang.“

Über dessen Freundin Anna (diese Namensgebung kommt bekanntlich auffallend oft vor bei Karl May und dann meistens 'positiv besetzt') sagt er seinem Freund „sie ist ein ruhiges, festes und treues Gemüth, und Du thatest damals wohl, gerade sie zu wählen."

Emma, so Karl, „weiß, daß sie schön ist, [...] Sie hat ihre Mutter bei der Geburt verloren und wurde von ihrem Vater durch übergroße Zärtlichkeit und unverständige Nachsicht so verzogen, daß sie kein anderes Gesetz kennt, als das Gefühl des Augenblicks. Sie kennt ihre körperlichen Vorzüge sehr genau; sie bemerkt es, wenn sie bewundert wird, und thut man dies nicht, so fordert sie durch Blick, Bewegung und Geberde dazu auf. Sie hatte mich lieb, aber sie will ihre Vorzüge nicht mir allein widmen, sie bedarf auch der Anerkennung Anderer, welche sie mit suchendem Auge einkassirt. Bei einem solchen Charakter oder vielmehr Naturell ist sie allen Versuchungen ausgesetzt, denen gegenüber sie nicht diejenige Festigkeit besitzt, welche erforderlich ist zur inneren und äußeren Treue gegen den Geliebten."

Karl, so der Freund, sei „Literat, der sehr berühmte Romane und Novellen schreibt“.

Der Freund sagt „wenn ein Mädchen den Mann ihrer Wahl wirklich lieb hat, so wird sie ihren Fehlern gern entsagen" und erhält zur Antwort „Richtig, doch von diesem gern entsagen bis zum wirklichen Aufgeben der Fehler ist ein weiter und schwieriger Weg, zu welchem eine Charakterfestigkeit gehört, welche dem Leichtsinne entgeht. Emma hat mich heut noch innig lieb, aber ihre Gefallsucht wird sie auf Abwege treiben, auf denen sie vielleicht jetzt schon wandelt."

„Ich gehöre zu den gelesensten Novellisten; man bezahlt meine Arbeiten so, daß ich mehr einnehme als ich bedarf; ich könnte es schnell vorwärts bringen, doch glaube mir, Paul, seid meiner Bekanntschaft mit Emma habe ich nicht eine einzige Arbeit vollendet, welche ich mit gutem Gewissen dem Drucke hätte übergeben dürfen. Wenn es so fortgeht, so bin ich geistig und wirthschaftlich ruinirt."

Karl findet Liebesbriefe eines Oberleutnants Polenz (Figurenlexikon: „Möglicherweise handelt es sich um ein Pseudonym des Prinzen Hugo von Süderland“) und äußert („knirscht“) „Hund!“; "Oder ist es nicht Hundenatur, auf fremdem Gebiete zu revieren? Diese Herren dürfen mit ihren sogenannten noblen Passionen ungestraft das Glück und Wohl ihrer Nebenmenschen tödten, und wenn ein armer Teufel vor Hunger die Hand nach einem elenden Stücke Geldes ausstreckt, so reißt man ihn aus all seinen Verhältnissen, aus der menschlichen Gesellschaft, und steckt ihn, der nur noch als eine Nummer gilt, zwischen kalte nackte Mauern, die er nur verläßt, um die Seinen noch ärger bestraft zu finden, als er selbst es war.“

„Sie wird, sie muß erkennen, welcher Unterschied ist zwischen einer schmutzigen Sinnlichkeit und den reinen, treuen Gefühlen, welche ich ihr entgegenbringe.“

„Es waren fürchterliche Augenblicke für den jungen Mann, welcher zusehen mußte, daß der Gegner sich in Zärtlichkeiten erging, die ihm selbst verweigert gewesen waren, doch wollte er so lang wie möglich unbemerkt bleiben, um zu erfahren, wie weit die Untreue seines Mädchens bis jetzt gegangen war.“

„Emma war bereits nach den ersten Worten der Gegner im Flur verschwunden, doch stand die Thür noch offen. Wer Sieger blieb, konnte eintreten.“ So ist das, desillusionierend, fein beobachtet. Es geht eben manchmal nicht wirklich um den Menschen, sondern um das Siegen bzw. den Sieger.

Karl wird verwundet und für tot gehalten ...

„Karl ist so gut, das wissen Sie auch, Durchlaucht;“ spricht seine Mutter, „er beleidigt mit Wissen keinen Menschen, und dennoch bringt man ihn mir als Leiche nach Hause!" Das ist Karl May ... selbst wenn es um Verarbeitung bitter ernster Erlebnisse geht, kann Juxerei dabei sein ... Traurigkeit des Clowns.

Und Selbstironie, „Fräulein, Karl Goldschmidt ist ein Ehrenmann, ein berühmter Dichter, welcher unter den besten und reichsten Mädchen des Landes wählen könnte, wenn er etwas mehr prätensiös sein wollte“ ...

„Diese Emma Vollmer war ein schönes, sogar ein sehr schönes Mädchen, welche alle Gaben der Natur besaß, um einen Mann innig glücklich zu machen, und doch - - that sie es? Kann ein Mann überhaupt an seine Liebe, an sein Weib glauben? Droben am Himmel stehen Millionen von Sternen so fest, und dennoch, je näher man ihnen kommt, je besser man sie kennen lernt, desto mehr bemerkt man, daß sie alle, alle diese scheinbare Festigkeit nie besessen haben und nie besitzen werden. Sind nicht alle unsere Ideale geistige oder verkörperte Lichtgebilde, welche aufgehen, kulminiren und - verschwinden?" Das hätte auch ein Thomas Mann kaum treffender formulieren können als hier ein unterschätzter Autor in einem vergessenen Roman.

Almah und der Pascha; „Du bist mein Vater, und was Du thust und sprichst, das ist, als hätte es Gott gethan und gesprochen. Wie andere Männer sind, das weiß ich nicht, aber - aber, wenn jetzt ein Sturm hereinbräche, daß die Wogen über unserer kleinen Yacht zusammenschäumten, und dieser Willmers spräche zu mir: ‚Komm, ich gehe mit Dir in das Wasser und bringe Dich an das Land’, ich würde ihm folgen und darauf schwören, daß er es vollbringt."

Und der so positiv gesehene ist seinerseits beeindruckt, „Sie ist gut und mild; ihr Angesicht lügt nicht, wie die Züge so vieler Frauen, welche man innerlich ganz anders findet, als das Äußere es verspricht. Ihr Auge ist rein und wahr wie das Kristall der Quelle, welche das kleinste Sandkorn des Bodens erblicken läßt. Almah, sei Du das köstliche Ziel, nach welchem ich strebe, und wenn es mir beschieden ist, es zu erreichen, so will ich vom Geschicke nichts mehr verlangen, als nur die Kraft, mir Deine Liebe für immer erhalten zu können!"

„Er blickte ihr in die Augen, und dann mußte er die seinigen schließen, denn er fühlte, welche Gluth seinem Herzen entstieg, um sich in den Blick zu drängen.“ [...] „bei dem Anblick dieses herrlichen Geschöpfes hatte sich die Liebe in ihm aufgebäumt“ ...

Mit einer kräftigen Keilerei („Vor Wuth und Schmerz laut heulend, stürzte sich der Getroffene auf ihn, fühlte sich aber sofort mit unwiderstehlicher Kraft gepackt und zu Boden geworfen. Dann riß der starke Seemann eine Ruthe vom nächsten Busche und zog ihm dieselbe wiederholt über das Angesicht.“ [...] „Ein mächtiger Faustschlag vollendete den Sieg; der Prinz lag entehrt und besinnungslos am Boden. Als sich Arthur erhob war Almah entflohen. - - -" endet das Kapitel.

 

Zehntes Kapitel – Vor Jahren

Es geht in die Vergangenheit.

Zarba und Katombo, „Du darfst mich küssen, Katombo, denn Du bist mein Bruder." - "Dein Bruder? Ich will den Kuß der Liebe, aber nicht den Kuß einer Schwester!"

Katombo trägt eine Variante der auch aus anderen Werken sattsam bekannten „Berge von Befour“ vor ...

„Du hast den Geist des Dichtens, aber Du bist kein Mann.“

Interessante Ausführungen, "Was ist die Untreue? Eine Gesinnung, die im Charakter wohnt, im Herzen arbeitet und ihre Früchte durch das Auge, die Hand und den Mund nach Außen treibt. Seien diese Früchte gereift oder nicht, seien ihre Thaten vollendet oder begonnen, spreche sie durch den Blick, das Wort oder die That, die Gesinnung, die Untreue wohnt tief unten und ist ganz dieselbe. Ich kann einem Weibe verzeihen, von der ein Mann Alles nahm, was mir gehörte, wenn ihr Herz nur mein verblieb, und ich kann ein Weib für immer von mir stoßen, obgleich nur ein einziger ihrer Blicke mit Wünschen an einem Andern hing, denn ihr Herz war mir entflohen. Die Vajdzina schickte mich fort, wenn der Herzog kam; ich habe Dich also nicht beobachten und belauschen können; aber ich habe die Röthe Deiner Wangen gesehen, als er uns vorhin überraschte; ich habe die Sprache Deines Auges verstanden, als er den Kuß von Dir nehmen wollte, da ich unter dem Hunde lag; ich habe den entsetzten Schlag Deines Pulses gefühlt, als ich das Messer über ihm zuckte. Dein Herz ist nicht mehr mein; es gehört ihm. Und wenn es wieder zurückkehren wollte, ich möchte es nicht haben, denn nur der unvernünftige hilflose Säugling genießt den Bissen, den ein anderer Mund ihm vorkaut."

„Er mußte sie mit jedem Gedanken seiner Seele lieb gehabt haben, das war aus dem knirrschenden Grimme zu hören, mit welchem er seine letzten Worte sprach. Der Schweiß stand in Tropfen auf seiner Stirn; seine Zähne waren zusammengepreßt, und sogar die aufgetragene Farbe vermochte nicht, das tödtliche Bleich seiner Wangen vollständig zu verdecken. Das Mädchen bemerkte von dem Allem nichts; der Zorn hatte sie jetzt so vollständig übermannt, daß ihre Stimme beinahe heiser klang“ ... Abschied mit tiefen Verletzungen ...

Der Herzog macht keinen Hehl aus seinen Absichten, „Zarba, das schönste Mädchen, welches ich jemals gesehen habe, muß mein eigen werden, verstehe wohl, mein eigen wie die Blume, deren Duft man athmet und die man dann von sich wirft“ ...

Wir werden Zeuge eines Mordes sowie weiterer Verwicklungen; den Überblick zu behalten in diesem Roman, ist tatsächlich nicht leicht.

 

Elftes Kapitel – Paroli

Die Mordpläne des Herzogs werden vereitelt und er selber bloßgestellt, „Das Innere desselben kochte förmlich vor Grimm.“

In der „Oberschenke“; der Wirt „hob zuweilen einen dicken Steinkrug zum Munde, um in einem langen Zuge das Getränk zu schmecken, welches bei ihm Bier genannt wurde.“

Da hat einer früh sozusagen das Prinzip der Globalisierung begriffen, „Wenn diese albernen Kerls Ihre Oberhoheit anerkennen und Ihr gehorchen wollten, würde es ganz anders sein. Das Geschäft würde dann nicht zerrissen; es wäre ein gemeinsames; der Gewinn müßte sich verdoppeln, und Gefahr, haha, Gefahr wäre dann ein Wort, welches man gar nicht zu kennen brauchte."

„Bei der Interjektion des Wirthes lächelte er wie ein Mann, der die Wahrheit nur aus dem Grunde gesagt hat, weil er weiß, daß sie nicht geglaubt wird.“ Mit so etwas kannte Karl May sich aus.

Der „etwas düsterer angelegte Oberarzt“ würde gern in die Zukunft schauen können ...

„Es ist gerade so gewesen, als sei Bill ein Prinz und der Prinz ein Matrose.“ So ist das manchmal ...

"Du wirst stets wissen, daß Dein Vater nur das Gute will und alles Böse haßt“ sagt, frei nach Goethe, der Pascha, über dessen Gesicht „ein eigenthümliches Zucken“ geht.

„Der schwarze Pirat und der Kapitän von Sternburg neben einander mitten hier im Waldgebirge“, es wird eben nichts ausgelassen. (Der Schwarze Pirat ist übrigens offenbar doch kein wirklicher Schwarzer, erfahren wir hier.)

Max Brandauer ist offenbar von selbst das eigene Geschlecht nicht unbeeindruckt lassendem Äußeren, der Steuermann äußert "Seht Euch doch einmal den hübschen Kerl an“ und Karavey bestätigt "Allerdings ein verteufelt schmucker Patron“.

„Sie lagen einander in den Armen, die sich seit länger als fast einem Menschenalter verloren und nicht wiedergesehen hatten. Das Leid hatte in ihren Herzen gewühlt wie der Pflug in der Erde, und wer trug die Schuld? Zarba, die einstige Rose der Brinjaaren, die jetzt verwelkt und entblättert dasaß, eine verfallene Ruine einstiger Herrlichkeit.“ Das mag sprachlich kitschig klingen, inhaltlich ist es das keinesfalls.

Großes allgemeines Wiedersehen, bevor es dann mit dem nächsten Kapitel wieder in die Vergangenheit zurück geht ...

 

Zwölftes Kapitel – Ein Rückblick

Schauplatzwechsel, „Siut in Egypten“ ...

„Das Mädchen schwebte aus dem Gemache wie ein aus einer höheren Welt stammendes Wesen, dessen Schritte man nicht hört und dessen Schönheit den Erdensohn in seligen Rausch versetzt.“

„Wollte sie Katombo Gelegenheit geben, ihre Züge zu sehen? War dies nicht der Fall, so hätte sie sich weiter fortwenden müssen, denn der junge Mann erblickte das unvergleichliche Profil eines Angesichtes, dessen Schönheit ihm das Blut siedend durch die Adern pulsiren machte. Was war Zarba gegen diese köstliche orientalische Perle, Zarba, die ihn verlassen und verrathen und dann sich selbst verloren hatte! Was seit jenen schweren Tagen tief in seinem Innern vergraben gewesen war, in diesem Augenblick sprengte es seine Hülle und bäumte sich mit Riesengewalt empor, hochauflodernd wie ein Feuer, welches durch den Zutritt der Luft neuen Raum und neue Bahnen gewinnt.“

„Ayescha, Licht meiner Augen, Stern meiner Seele, Sonne meines Lebens, darf ich Dich ohne Schleier sehen?" fragt er, sozusagen und 'wenn man denn so will' behutsam formulierend, und ihre Antwort "Nein - ja - nein!" erscheint wie aus dem [Ernstthaler, Sächsischen] Leben gegriffen ...

„Und Du stehst so hoch über mir, wie der Himmel über der Erde, aber ich liebe Dich. Willst Du herabsteigen zu mir, dem Armen, dem Kleinen“, bei dieser Formulierung eines überraschend wenig selbstbewußt sich zeigenden hat offenbar ein ebensolcher die Feder geführt ...

„Man konnte es ihm auf den ersten Blick ansehen, daß er weder ein eingeborener Egypter noch ein Türke war; vielmehr wies seine lange, hagere Gestalt, sein gelbblasses Gesicht, seine riesige Habichtsnase und die kleinen, listig blickenden Augen auf armenische Abkunft hin. Diese konnte ihm nicht als Empfehlung dienen, denn es ist bekannt, daß sich Niemand so leicht und gern zu allerlei Schurkenstreichen gebrauchen läßt, wie gerade der Armenier, vorausgesetzt, daß er gut dafür bezahlt wird.“ Dieses Klischee findet man immer wieder in Karl Mays Werk, siehe insbesondere eine fatale Stelle in Band 27 ... (nur bei Fehsenfeld. Im GW-Band gestrichen.)

"Ich hab' Dich geliebet und liebe Dich heut, und werde Dich lieben in Ewigkeit!", das hören wir gleich zweimal, einmal von ihm und einmal von ihr ...

"Zarba. Ich werde mir diesen bösen Namen merken, aber ich werde ihn niemals aussprechen, um nicht das Glück zu trüben, das ich Dir so gern geben möchte!" sagt sie über seine Ehemalige, und dann heißt es "Diese Worte des lieben engelsreinen Mädchens drangen ihm bis in die tiefsten Tiefen seines Innern, und Alles, was ihn bisher so unglücklich und elend gemacht hatte, drängte sich noch einmal eng zusammen, so daß es ihm heiß aus dem Herzen in die Augen stieg, aus welchen eine einzige aber desto schwerere Thräne niedertropfte."

 

Dreizehntes Kapitel - Vom Reis zum Kapudan Pascha

Über den Mudellir erfahren wir "Die schönsten Jungfrauen des Bezirkes treibt er zusammen, obgleich Sada, seine Frau, nichts davon erfahren darf."

"Es wurde Nacht, und die Sterne leuchteten vom tiefblauen Firmamente so ruhig hernieder, als ob es auf Erden weder Leid noch Schmerzen, weder Angst noch Sorgen gebe."

Remusat und Bathu, "Monden sind vergangen, seit ich Dich nicht bei mir sah. Wohin hast Du Deine Zelte getragen?" - "Bald hierhin und bald dorthin, wo das Schwert gerade Arbeit fand." Kriegerisch ging's zu seinerzeit ...

Heftige Auseinandersetzung auf dem Schiff, "welche das Deck mit Blut überschwemmt und mit Leichen bedeckt hatte." Mit "der wichtigsten Amtsmiene, die er ermöglichen konnte", verabschiedet sich alsbald die herbeigekommene Obrigkeit.

"Der Khedive ist gerecht, und Du bist reich; die Gerechtigkeit bedarf des Reichthums, wenn sie bestehen will. Sie wird ihren Arm nach Siut ausstrecken, um Dich von dem Mammon zu befreien, der das Heil Deiner Seele gefährdet, und vielleicht gar diese Seele aus den Banden des Körpers erlösen, der ihr hinderlich ist, empor zu Allah zu steigen."

Hochzeitszeremonie, "Welche Deiner Töchter willst Du Omar-Bathu verkaufen?"

Und wieder blutige Gewalt, Katombo "stürzte sich auf den Kaschef und stieß ihm den Dolch von hinten so kunstgerecht in das Herz, daß der Getroffene leblos zusammenbrach."

"Endlich war die letzte Leiche den Fluthen übergeben, und nun galt es, die Spuren des Kampfes zu verwischen."

"Der Schlaf umarmte ihn gerade so, wie er sein junges Weib in den Armen hielt." Hübsch gesehen, nach alledem.

Kairo, Norland ... das eine gibt es und das andere nicht, das ist öfter mal so bei Karl May (Mainz - Rheinswalden, Metz - Ortry u.a.) Warum auch nicht.

"Der Türke wäre vor Überraschung beinahe in die Höhe gesprungen, wenn er sich nicht besonnen hätte, daß er dann mit dem Kopfe an die allzuniedrige Decke gestoßen hätte." Ironische Brechung innerhalb einer ernsten Szene, so läßt Karl May gelegentlich erkennen, wie ernst er manchmal seine eigenen Geschichten nimmt ...

Balduin Schubert taucht unvermittelt an Deck auf, der Leser weiß allmählich nicht mehr so genau Bescheid in Sachen zeitliche Zuordnungen ...

"Nicht stechen! Ich brauche die Uniform" ruft anläßlich der nächsten gewaltsamen Auseinandersetzung Katombo, und Remusat "preßte die Kehle des Mannes so lange zusammen, bis dieser erstickt zu Boden sank." Pragmatismus ...

"Es lebt Keiner mehr außer dem Steuermanne", und auch der nur noch wenige Zeilen ...

Die überlebende Besatzung dreht im Handumdrehen ihr Mäntelchen nach dem Wind, "hm, wir sind bei der Maschine angestellt und werden sie bedienen so lange es von uns verlangt wird. Jetzt aber ist es das Beste, ich lege mich wieder auf das Ohr und bekümmere mich um nichts. Macht, was Ihr wollt!" - "Ich auch!" - "Ich auch!", "Sie wickelten sich in ihre Decken und legten sich wieder nieder." Aus dem Leben gegriffen. "Katombo entfernte sich, sehr zufrieden mit dem praktischen Sinne dieser Männer" ...

Der auch wieder anwesende Herzog von Raumburg "richtete sich stolz auf und funkelte Katombo mit Augen an, als wolle er ihn mit seinen Blicken erstechen."

Katombo wird in Ehren verabschiedet, "bleibe immer so kühn und stark, so treu und wahr, als ob Du lebtest auf der einsamen Insel", das ist schön gesagt. Die gleiche innere Freiheit und Unabhängigkeit läßt sich auch mit auf den Marktplatz und in den Alltag nehmen ...

 

Vierzehntes Kapitel – Der schwarze Kapitän

Zehn Jahre später ...

„Hinter ihnen kam ein kostbar aufgezäumtes Kameel mit einem Tachterwahn“ ... Hierzu gibt es gar im gleichen Buch eine andere Schreibweise ... und im Gesamtwerk vermutlich noch weitere.

... „und den Zug beschlossen einige bewaffnete Männer, denen man es ansah, daß sie ihre krummen Säbel und langrohrigen Büchsen wohl zu gebrauchen wußten.“

Besuch in der Wüste.

„Die zehn Jahre der Ächtung und Verbannung hatten keinen ungünstigen Eindruck auf sein Äußeres gemacht. Sein Gesicht war tief gebräunt, seine Gestalt stärker, voller und kräftiger geworden.“ Wer einsam ist der hat es gut weil keiner da der ihm was tut; Wilhelm Busch.

Kampfhandlungen, „Es war eine Scene, wie sie so wild, so schauerlich und unmenschlich nur in der Sahara vorkommen kann, wo in den Adern das Blut so glühend fließt, wie der Sonnenbrand über die Dünen des wandernden Sandes.“ Indes pflegen sich auch in kühleren Gegenden die Menschen gern gegenseitig totzuschlagen und nicht zimperlich dabei vorzugehen.

„Die Frauen bildeten eine erschütternde Gruppe; die meisten von ihnen hatten von den wilden Janitscharen die ärgsten Mißhandlungen zu erleiden gehabt.“

Ayescha und Katombo bleiben mit Almah alleine zurück.

Beim Kadi-Baschi. „Du bist sehr weise, o Kadi, denn Du verstehst es, einen Schwur so zu wenden, daß ihn Allah nicht mehr hören kann.“

Beim Khedive, „Der Beherrscher Egyptens hatte schlechte Laune.“

„Denkst Du, der Beherrscher von Egypten habe einen Kadi zu fürchten?“ An diesen Verhältnissen dürfte sich auch andernorts bis heute nichts geändert haben ... es geht nur alles kaschierter und subtiler zu.

„Der Aga streckte die Arme aus; in demselben Augenblicke aber blitzte der Säbel Katombos, und das Haupt des Janitscharen fiel, vom Rumpfe getrennt, zur Erde. Der kopflose Körper wankte einige Sekunden lang, dann stürzte er auf den kostbaren Teppich nieder, während ein Strom rauchenden Blutes sich über den Boden ergoß.“

"So weiß Nurwan-Pascha seinen Degen zu führen, wenn er gezwungen wird, den Frieden des Hauses zu verletzen" und „wischte die blutige Klinge an dem Kissen ab, auf welchem er gesessen hatte“.

Katombo flieht, „Der Vizekönig schoß ein zweites Pistol auf die Dienerschaft ab und hieb einige von ihnen nieder“.

Eine Sänfte mit der toten Sobeide wird gebracht ... „Der Vizekönig hat sie ermorden lassen!“ heißt es zunächst, aber sie hat Gift genommen, um ihm nicht zuwillen sein zu müssen ...

Katombo erhält die Aufforderung zum Selbstmord; „Der Sultan hat die Gnade gehabt, sie Dir zu übersenden, damit Du enden kannst ohne wie ein gemeiner Verbrecher verurtheilt und hingerichtet zu werden. Als einen solchen muß ich Dich behandeln, wenn Du nicht gehorchst." - "Worin wird diese Behandlung bestehen?" - "Ich habe Dir dann einfach den Kopf abzuschlagen und ihn dem Großherrn zu bringen."

Aber der Bote selber ist es, dessen Kopf fallen muß, „im nächsten Augenblicke war mit einem einzigen wuchtigen Hiebe der Kopf vom Rumpfe getrennt. Der erstere flog zur Erde, und der letztere wurde über den ganzen Raum hinweg geschleudert und stürzte erst an der gegenüberliegenden Wand zu Boden.“

Katombo erhält die Voraussage „Du bist hoch gestiegen und tief gestürzt, aber Du wirst dieselbe Höhe wieder erreichen“, die ganz nach Karl Mays Leben klingt ...

Der Vizekönig erhält einen Brief, „Du wolltest mich verderben und bist auch Schuld an Sobeïdens Tode. Auge um Auge, Zahn um Zahn: Du wirst desselben Todes sterben, den auch sie gestorben ist. Sie besaß einen Ring ihres hingeschlachteten Gatten, welcher ein feines, sicher wirkendes Gift enthielt. Sie nahm von demselben und starb, um Deiner Umarmung zu entgehen. Ich erhielt von Dir ihre Leiche und den Ring. Ich tränkte dieses Papier mit dem Gifte und schrieb so klein, daß Du es einathmen mußt. Mörder, Deine Tage sind gezählt“ ...

„Einige Zeit später erhielt der neue Kapudan-Pascha eine Kiste von unbekannter Herkunft zugesandt. Sie enthielt den Kopf des Kapudan und das Etui mit der seidenen Schnur, welche für Katombo bestimmt gewesen war.“

Der Kapitän „hat wieder einmal seinen Opiumrausch und ist vollständig impotent.“ Was wir heute darunter verstehen, wird nicht gemeint gewesen sein.

Seeschlacht. Wieder ein Mord. Katombo ist zum Piraten geworden. Die Assoziation vom Terroristen stellt sich ein.

„Ich habe einen tiefen Blick gethan in die Politik und die Zukunft derjenigen zwei Staaten, mit denen der 'Selim', den ich 'Tiger' nennen werde, auf eigene Faust und Rechnung Krieg führen wird. Es wird die Zeit kommen, in welcher der Sultan meiner Dienste wieder bedarf, und dann wird der arme Zigeuner über das Loos ganzer Länder und Völker zu entscheiden haben.“

 

Fünfzehntes Kapitel – Am Vorabend

Wieder in Deutschland. Nein, Nor- oder Süderland ...

„Kann sich nicht zufälliger Weise ein Fremder hier befinden?" - "Glaube das nicht. Wer hat um diese Stunde hier oben etwas zu suchen? Und überdies ist dieser Ort in der ganzen Umgebung verrufen. Bei Tage besucht man ihn seiner Romantik wegen; des Nachts aber wagt es kein Mensch ihn zu betreten, denn es geht die Sage, daß die Seelen der Mönche hier umgehen und Jedem, der ihnen zu nahe kommt, Tod und Verderben bringen." - "Diesen Aberglauben habt Ihr natürlich bedeutend unterstützt?" - "Versteht sich!" Wenn man sich halt das Volk fernhalten will ...

Max spricht Klartext, „die Worte des jungen Mannes waren ein ungewöhnliches Wagniß, aber er hatte auf das Herz seines königlichen Freundes gebaut und - sich nicht verrechnet.“

Und von Psychologie versteht Max auch etwas, „Es ist ein Unterschied zwischen einer regelrechten Untersuchung und der plötzlichen geheimnißvollen Aufhebung einer Person, die sich über mehr als Alles im Unklaren befindet und mit den Gedanken flattert wie ein gefangener Vogel, der die durchsichtige Fensterscheibe für die freie Luft ansieht und sich die Schwingen zerschlägt und den Kopf einstößt."

"Ah, ists möglich! Hochwürden! Wie kommt das Lamm unter die Wölfe, der protestantische Oberhofprediger unter die Jesuiten?" [...] "Hochwürden! Das ist ja - eine ganz unbeschreibliche Überraschung! Mein Beichtvater unter den Hochverräthern!"

Der Mann versucht, sich als eine Art V-Mann darzustellen, "Es wurden mir von ihrer Seite verschiedene Anträge gemacht, welche mit außerordentlich lockenden Versprechungen verbunden waren, und ich ging nur zum Scheine darauf ein, um ihre Absichten kennen zu lernen und Ihnen dann Alles mitzutheilen."

„Ein abgesetzter Monarch ist gefährlich, so lange er lebt." - "Er könnte unter den Händen des aufgeregten Volkes fallen." - "Möglich." - "Diese Hände müßten dirigirt werden." So pflegt das zu gehen ...

Der ehemalige Direktor und der Oberarzt der Anstalt „saßen einander gegenüber, mit so fest zusammengeschienten Gliedern, daß ihnen der Schaum vor dem Munde stand und sie außer jenem Stöhnen keinen Laut von sich zu geben vermochten.“ Das ist nun, mit Verlaub, etwas billig, auf diese Weise Vergeltung üben zu lassen ...

„Nun wohl, so will ich Ihnen sagen, daß dieses Delirium um sich greifen wird, bis es sich über das ganze Land erstreckt; es wird zu einer Krisis führen, welche es offenbar macht, daß der Wahnsinn dieses vermeintlichen Kranken nichts Anderes ist, als das gesunde und sehr wohl begründete Bestreben, Norland glücklich zu machen" sagt der Herzog, dem gesagt wird, er habe sich „in letzter Zeit sich in einem ganz bedeutenden Delirium befunden“, so kann man halt alles immer von mindestens zwei Seiten sehen ...

Aber auch ihn ereilt düsteres Geschick, „Im Nu wurde der Herzog von den vier Wärtern gepackt.“ So ist das in der Weltgeschichte, erst werden die einen ungerecht behandelt, dann die anderen. Es wird solches indes als Gerechtigkeit verkauft, in der Weltgeschichte wie im Roman, „Daß ich diese Gerechtigkeit übe, haben Sie an den beiden Ärzten, Ihren Werkzeugen, gesehen und werden es auch an sich selbst erkennen. Dieses der Humanität geweihte Haus mußte Ihnen als Marterhalle für Ihre Opfer dienen, die Sie peinigen ließen, bis der Wahnsinn wirklich kam; es wird nun die Stätte Ihrer Sühne sein, wo Sie einen Blick thun sollen in die Qualen, welche Ihr entmenschtes Herz den Unschuldigen bereitete. Denken Sie nicht, daß Sie meiner Hand entkommen werden. Die jetzigen Beamten dieser Anstalt sind mir treu ergeben, denn ich habe Ihre Kreaturen entfernt. Und wie Sie selbst nicht erfuhren, wo Ihre beiden Werkzeuge hingekommen sind, so wird auch kein Mensch ahnen, wo Sie sich befinden. Ihre politischen Machinationen sind durchschaut; Sie haben aufgehört eine Person zu sein; Sie sind eine Nummer, bis ich Ihnen vielleicht einst erlaube, wieder als menschliche Individualität zu erscheinen."

Die neue Anstaltsleitung wird, so der König, Max Brandauer „als Ihren Vorgesetzten zu betrachten haben“.

„Ebenso bemerkenswerth ist der Umstand, daß die Mutter dieser Zarba einst die Geliebte des alten verstorbenen Herzogs von Raumburg war, also zwei Herzöge, Vater und Sohn, und zwei Zigeunerinnen, Mutter und Tochter." So ist das des öfteren bei Karl May wie im Leben, die Muster wiederholen sich über die Generationen.

Katombo vertritt bzw. betreibt zwar noch „eine uns feindselige Politik des Sultans“, indes „scheint er mehr geneigt zu sein seine eigenen Wege zu gehen, wie ich ihn überhaupt für einen so selbstständigen und stolzen Charakter halte, daß ich annehme, er sei auch als Kapudan-Pascha des Sultans stets gewohnt, nur nach eigenen Intentionen zu handeln." Letzteres ist im Prinzip zwar ebenso löblich wie empfehlenswert, soll hier aber offenbar gezielt benutzt werden.

Dem Geheimbund soll es an den Kragen gehen, „Dann müßten wir sie auf irgend einen bestimmten Punkt zu vereinigen suchen?" - "Allerdings." - "Wo?“ - "An ihrem gewöhnlichen Versammlungsort, der Klosterruine." - "Das wäre allerdings ein ganz vortrefflicher Plan, wenn er ausgeführt werden könnte." Erinnert an Ostromdscha und den Mübarek.

Der „Kriegsminister und so weiter“, 'hohe Herren' halt, wurden „in der Eisenkammer untergebracht“.

Max / Asta; „Ihre beiderseitigen Blicke trafen sich mit einem Verständnisse, welches die Prinzessin abermals leicht erröthen ließ.“

„Er machte den drei Personen eine Verbeugung, daß sein breiter Rücken mit den langen Beinen einen rechten Winkel bildete“ heißt es über Thomas Schubert, und eine Handvoll Zeilen später dann „Mit einer zweiten Winkelreferenz verschwand er aus dem Zimmer“. Hübsch.

Über Zarba heißt es „Sie hat, wohl vielleicht nur als Wahrsagerin und Heilkünstlerin, einen nicht unbedeutenden Einfluß“ und „Ich glaube sogar, daß ihr mehr Kenntniß geheimer politischer Zustände und Intentionen zuzutrauen ist als manchem Staatsmanne“.

„Und, verzeihen Majestät, wer macht den Mann zum Schmuggler?" - "Du willst sagen, das Gesetz oder die falsche wirthschaftliche Politik? Ein kühner Vorwurf, Max, der ganz mit der Ansicht Deines Vaters stimmt. Doch, ich zürne Dir nicht und bin ja bereits entschlossen, die Landesgrenzzölle fallen zu lassen." Auch solche Dinge hat May eingebaut.

Bill Willmers sehe sie an „mit ein paar Augen, mit denen ich mich von einem Andern gar nicht ansehen lassen würde", sagt Almah, "Weil - weil solche Augen nur Der haben darf, den man lieb hat."

Willmers alias von Sternburg erinnert sie an die Begegnung am Nil, die sie ja noch für eine mit einem anderen halten muß, und entfernt sich, „Noch ehe Sie ihn halten konnte, war er fort. Die Nachricht hatte sie übrigens in der Weise überrascht, daß sie gar nicht daran dachte, ihn zu rufen.“ Das ist wieder dieser sozusagen erbarmungslose Maysche Blick auf die Dinge ... Es ist ja vordergründig (aber eben auch nur vordergründig, nicht in Endergebnis und Konsequenz ...) schön für ihn (Sternburg), daß sie so beeindruckt ist, aber sie weiß ja nicht, daß er selber das ist, von dem er da erzählt, insofern denkt sie ja eigentlich an einen Anderen ... (Im ersten Band des „Verlornen Sohns“ kommt ganz Ähnliches vor, dort geht es dann gar ausführlich küssend zur Sache ... Maya ...)

 

Sechzehntes Kapitel – Kampf und Sieg

Karavey und Thomas Schubert unterhalten sich offenbar schon über die „Juweleninsel“, von der im Anschlußroman die Rede sein wird ...

Wiedersehen mit Karl Goldschmidt, „an den wir uns zu wenden haben", mit den Stichworten "Vergeltung" und "Rache“ ... „Im Hintergrunde war eine Rednertribüne errichtet, auf welcher ein junger Mann stand, der soeben einen Vortrag beendigt zu haben schien, dessen Wirkung eine außerordentliche war, denn alle Hände klatschten und alle Stimmen vereinigten sich zu einem rauschenden Beifallssturme.“ Von Goldschmidt ist als „dem Präsidenten“ (der Gruppe oder Versammlung) die Rede.

„Der Literat Goldschmidt, ganz derselbe, welcher jenes unglückliche Rencontre mit dem wilden Prinzen gehabt hatte, war vom Podium gestiegen und kam, als ihm der Kellner den Wunsch der Beiden gemeldet hatte, herbei. Sein Gesicht war noch sehr bleich, ganz wie das eines Mannes, der erst vor Kurzem von einer schweren Krankheit genesen ist und sich noch nicht vollständig erholt hat.“

Goldschmidt verfügt über einiges politisches Bewußtsein, „Die Erhebung unseres Nachbarvolkes ist eine künstlich vorbereitete, nicht eine aus gerechtfertigten Ursachen sich natürlich entwickelnde wie die unsrige. [...] Kein Uneingeweihter ahnt, daß im Innern Süderlands selbst das Feuer glimmt, welches da drüben mit Gewalt angefacht werden soll.“ Auch bis in jüngste Vergangenheit hinein dürfte es sich bei Erhebungen des öfteren eher um künstlich vorbereitete als aus gerechtfertigten Ursachen sich natürlich entwickelnde gehandelt haben, wenn aufgrund neuer Entwicklungen das weltpolitisch und marktwirtschaftlich angebracht erschien; dies nebenbei.

„Dies geschieht am Besten dadurch, daß wir unser Militär degeneriren, jeden strategischen und taktischen Zusammenhang zerstören und ganz besonders unsere Marine zerstreuen. [...] Es sind Brüder unter uns, welche zu den höchsten Angestellten der Marine und des Kriegsministeriums gehören. Ihnen wird es leicht, alle Fäden zu zerreißen, welche Norland und uns gefährlich werden können.“ Es klingt richtig aktuell. So war es halt immer.

„Ich kenne meinen Goldschmidt. Der 'tolle Prinz' hat ihm seine Braut abspenstig und unglücklich gemacht und ihm dazu den Degen in die Brust gerannt, so daß sein Leben an einem einzigen Haare hing. Er haßt ihn aus dem tiefsten Herzen und hat aus Rache jene Verbindung in das Leben gerufen, welche zwar nicht den Thron stürzen aber doch wenigstens Zustände schaffen will, welche auf menschlicher und rechtlicher Grundlage errichtet sind."

Raffiniert überwältigt man an der Ruine die Gegner, „Die Herren vom Militär, unter denen sich sogar Generale befanden, waren gefangen, ohne Gegenwehr leisten zu können.“

Das Schließerehepaar befreit den Herzog ...

Noch einmal in der Schmiede, „so saßen sie vor der Thür und erzählten sich zum tausendsten Male ihre Erlebnisse und Abenteuer“ ...

„Einer der wenigen Pässe, welche das Gebirge quer durchschneiden und die Verbindung zwischen Norland und Süderland vermitteln, wird oberhalb des Städtchens Waldenberg durch die nahe zusammentretenden, hoch zum Himmel strebenden Berge so eingeengt, daß er im wahren Sinne des Wortes ein Engpaß genannt werden muß und man ihn recht gut mit den berühmten Termopylen vergleichen könnte.“ Kommt uns das nicht bekannt vor ? (A & D.)

"Aber welchen Grund sollte es geben Krieg zu führen?" - "Da mußt Du die großen Herren fragen, die Krieg und Frieden machen. Wir haben nichts zu thun, als Steuern zu bezahlen." Zeitlos aktuell.

Launige Reminiszenz an Schillers Weiber und Hyänen. Schade daß der Hobble Frank nicht dabei war, dem wäre bestimmt noch eine andere Variante eingefallen.

Noch einmal Schlachtenlärm auf der See, dann dürfen sich Alma und von Sternburg finden, und Max und der König „drückten sich die Hände wie zwei einfache, biedere Männer durch die Bande des Blutes in Liebe zusammengehören, und es lief dem Doktor dabei aus lauter Rührung und Dankbarkeit feucht in die Augen. Der König bemerkte es, legte den Arm um seine Schulter, zog ihn an sich und küßte ihn.“

Max wird zum Grafen von Brandau ernannt, dieser und vergleichbarer Kitsch in anderen Werken wird erträglicher wenn man bedenkt daß man das auch auf einer anderen, gleichnishaften Ebene lesen kann.

"Asta!" [...] - "Max!" „Sie lagen einander in den Armen, wortlos“ ... Es bedarf auch nicht immer der vielen Worte.

„Was sagst Du dazu, wenn ich den Brandauer für den Prinzen, den Sternburg für den Brandauer und den Türken für den Raumburg halte?" - "Heiliges Mars- und Brahmenwetter, Du bist verrückt, Kerl!" Oder aber er sieht, daß im Leben wie bei Karl May immer wieder neu gemischt wird und allerhand möglich wäre ...

Großer Auftritt Zarbas am Ende, „Es war eine ungeheure Erregung und Bewegung, welche diese Enthüllungen hervorbrachten.“

„Sie schwangen damals mit Macht den schweren Hammer. Sie werden ebenso leicht das noch schwerere Scepter tragen. Aus dem Hammer ist ein Scepter geworden. Führen Sie es einst mit Milde, aber vergessen Sie nicht, daß es zuweilen auch mit Kraft und Ernst geschwungen werden muß.“

Und während „Scepter und Hammer“ der Wahlspruch des Lebens für den einen sein soll, ist es „Ampalema und Parpara“ für den anderen ...

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Lesenswerte Sekundärliteratur unter anderem:

'Karl Mays erster Großroman', Sonderheft der KMG, Nr. 23, 1980
'Karl Mays kleines Welttheater', Mitteilungen der KMG, Nr. 42, 1979